Das Vestibular-Syndrom

Das Vestibular – Syndrom bei Hunden

 Auch idiopathisches oder geriatrisches Vestibular-Syndrom genannt.

 

 

In den fast 25 Züchterjahren habe ich selber erlebt, dass meine
Kooiker -Hündin Mia im Alter von 13 Jahren am Vestibular-Syndrom erkrankt ist, und etwa fünf Hunde aus meiner Zucht haben im Alter diese Erkrankung entwickelt.

Deshalb denke ich, dass es Sinn macht öffentlich darüber zu berichten.

 

Das Vestibular-Syndrom trifft den völlig gesunden Hund wie aus dem Nichts.

Der Hund hat Mühe gerade aus zu laufen, läuft im Kreis, bricht mit den Hinterläufen ein und schwankt. Einen Kopfschiefstand, der unter Umständen bleibt, und typisch ist auch das schnelle hin und her bewegen des Augapfels. Ein Nystagmus.
Durch das gestörte Gleichgewicht, hat der Hund ein Schwindelgefühl was oft auch zu starkem Speicheln und Erbrechen führen kann.
Beobachtet wurde, dass bei schwachen Anzeichen der Symptome, die Krankheit vom Tierarzt nicht erkannt wurde.

Auf keinen Fall darf dieses Krankheitsbild mit einem beim Hund selten auftretenden Schlaganfall verwechselt werden.
Ein Schlaganfall ist eine Durchblutungsstörung des Gehirns und es kommt zum Absterben von Gehirnzellen.

Das Vestibular-Syndrom ist eine Erkrankung des Gleichgewichtsorgans. Bis jetzt gibt es keinen ersichtlichen Grund für die Erkrankung, lediglich Theorien darüber wie die Krankheit entsteht.

Diese Erkrankung ist niemals ein Grund zur Euthanasie.

 

Da die Ursache der Erkrankung nicht genau bekannt ist, ist nur eine symptomatische Behandlung möglich, die die Auswirkungen des Vestibular-Syndroms lindern können.

Bei allen Hunden die ich miterlebt habe, haben die Tierärzte im Akut Fall hohe Dosen Cortison verabreicht und allenfalls ein Medikament gegen die Übelkeit und das Erbrechen.

Anschliessend und dies lebenslang, bekamen die Hunde ein Durchblutungsmedikament, wie z.B. in der Schweiz das bekannte Mittel Karsivan. Dieses Medikament sollte nicht mehr abgesetzt werden, da ein Rückfall sehr wahrscheinlich ist.

Innerhalb von drei Tagen tritt eine Besserung ein, oft nur in kleinen Schritten. Der Nystagmus verschwindet meist schon nach einigen Tagen, der Kopfschiefstand kann zurückbleiben. Nach ca. zwei Wochen ist das Vestibular-Syndrom abgeklungen.

 

Ein an VS erkrankter Hund bedarf häusliche Pflege und Ruhe.

Muss der Hund hochgehoben werden, sollte sein Kopf gehalten werden, damit sich der Drehschwindel nicht verstärkt. Die beste Stabilität haben die Hunde mit Kontakt zum Boden.

Nachts sollte beim Hund ein Licht brennen, denn in der Dunkelheit verstärkt sich der Schwindel.

Im Anfangsstadium muss dem Hund Futter und Wasser von Hand angeboten werden.

Bei Linderung der Symptome, können wieder leichte und ruhige Spaziergänge unternommen werden.

 

Meine Mia konnte ich nach einem Monat wieder auf gemütliche Spaziergänge mitnehmen, sie war durch diese Erkrankung nicht mehr so leistungsfähig wie früher. Trotz Allem ist Mia fast 16 Jahre alt geworden.

 

Ursula Bührer, Zuchtstätte of White Sparkle, Schweiz