Die Geburt

Die Tragezeit dauert durchschnittlich 63 Tage. Trägt die Hündin einen vollen Wurf, kann sich die Geburt auch schon ab dem 58. Trächtigkeitstag einstellen. Gibt es nur wenige Welpen, kann die Hündin auch einige Tage übertragen.
Wie merke ich, dass es bald losgeht? Hier die typischsten Verhaltensmerkmale:

  • Die Hündin ist unruhig, sucht ihr Wurflager, das schon seit zwei Wochen bereit steht, auf.
  • Belecken der Vulva
  • Zittern
  • Lagerbildung
  • Belecken des Lagerbodens
  • Zeitweiliges Hechel

Die Wurfkiste sollte gut zu reinigen sein.  Auf den Boden kommt zuerst eine rutschfeste Unterlage. Darüber lege ich  viele saugfähige Tücher. Frottierwäsche oder Barchent Betttücher. Die werden dann bei den Eröffnungswehen von der Hündin teilweise stark zerfetzt.

Die unruhige Phase kann sich über viele Stunden herziehen. Hier spricht man von einer mittleren Dauer von 12 Stunden.

Auf die Eröffnungswehen folgen dann die Presswehen.
Hat die Hündin über einige Stunden erfolglose Presswehen sollte unverzüglich ein Tierarzt aufgesucht werden.

Hier rate ich dringend ab, der Hündin eine Wehenspritze
( Oxytocin) zu verabreichen. Solange noch kein Welpe geboren ist, könnte man auch davon ausgehen, dass die Hündin eine Gebärmutterdrehung hat. Wird sie dann mit Oxytocin behandelt, kann die Gebärmutter platzen und den Tod der Mutterhündin riskieren. ( Ich habe dies hautnah bei einer Züchterkollegin miterlebt. Die Hündin hat dann gottlob überlebt, konnte aber ihre Welpen nicht selber aufziehen.)
Ein Kaiserschnitt ist dann das kleinere Übel.

Nun zurück zur Geburt.

Hat die Hündin erfolgreich Presswehen wird der erste Welpe bald geboren.

Hier ein Welpe in der intakten Fruchthülle.

Die Mutter reisst die Fruchthülle auf, damit der Welpe den ersten Atemzug machen kann. Macht es die Mutter nicht so schnell weil sie unerfahren ist, ziehe ich die Fruchthülle unter dem Kinn des Welpen auf, über die Nase nach oben. Die Mutter sollte die Nase und den Mund des Welpen belecken um den Rest des Fruchtwassers abzulecken. Die Placenta, die nach dem Welpen ausgeschieden wird, wird von der Mutter verspeist und dann gleichzeitig die Nabelschnur durchtrennt.
Hände weg von der Nabelschnur. Ein Welpe kann auch mit der nicht durchtrennten Placenta überleben. Mische ich mich ein, und denke ich sollte die Nabelschnur durchtrennen, kann ich Bakterien um den Nabel setzten, die dann zu einer Blutvergiftung führen können, und somit zum Tod des Welpen.

Mit der Zunge macht jetzt die Mutter die erste Massage und . bringt so den Kreislauf des Welpen in Schwung, und der erste Schrei bringt Sauerstoff in die Lungen. Hat sie keine Zeit, weil das nächste Baby schon kommt, reibe ich den Welpen mit einem Frottiertuch und säubere den Mundbereich.

Der Abstand in dem der nächste Welpe geboren wird kann stark variieren. Manchmal dauert es 7 Minuten bis das andere Baby kommt, öfters dauert es 20-40 Minuten bis zum Nächsten. Ist ein Gebärmutterhorn leer, kann es bis zu einer Stunde dauern bis das 2. Gebärmutterhorn aktiv wird und die nächsten Welpen geboren werden.

Während den Pausen ist die Mutter sehr fürsorglich mit den bereits Geborenen und macht schon die Brutpflege.
Bei meinen Kooikerhondje muss ich jetzt sehr aufpassen, dass die Hündin die Nabelschnur nicht zu weit zum Bauch beknabbert.

Hat die Hündin alle Welpen geboren, legt sie sich entspannt hin.

Ist die Hündin noch unruhig, aber sie hat keine Wehen mehr, sollte trotz allem ein Tierarzt aufgesucht werden.