Vom Welpen zum Zuchthund

Vom Welpen zum Zuchthund

Ein vielversprechender Welpe aus einer guten Zucht kommt in die neue Familie und der Wunsch, auch in die Zucht einzusteigen, kommt auf. Nur, dass die eigenen Hunde einmal Welpenerfahrung sammeln können, sollte nicht im Vordergrund stehen, sondern der Wunsch etwas für die Rasse zu tun.

Der Aufbau eines Zuchthundes beginnt schon im Welpenalter.

Wenn der Hund übernommen wird, ist der Besuch einer gut geführten Welpengruppe für seine soziale Entwicklung sinnvoll. Das Kooikerhondje soll schon früh die Möglichkeit haben, sich mit verschiedenen Rassen und Geschlechter zu messen, um ein stabiles Sozialverhalten zu entwickeln. Möglichst viele gute Hundebegegnungen auf den Spaziergängen und in einer Hundeschule sollten gefördert werden.

Schon beim Züchter ist es absolut notwendig, dass die Welpen Zugang zu vielen verschiedenen Menschen pflegen können. Später soll der Kontakt zu fremden Menschen weiter gepflegt werden. Jeder erfreuliche Kontakt, den das Kooikerhondje erleben darf, macht es offen für neue Begegnungen. Auch sollten Berührungen fremder Menschen gefördert werden. Die Kooiker sollten nicht zurückhaltend sein. Auch bei der Auswahl eines Zuchthundes wird grossen Wert auf ein offenes Verhalten gegenüber Fremden gelegt.

Auf zu viel Bewegung im jungen Alter sollte verzichtet werden. Geistige Beschäftigung für den jungen Hund macht die Hunde auch müde. Die Formel 1 Minute pro Lebenswoche sollte auf den Spaziergängen bis zu einem Jahr eingehalten werden. Bewegt sich ein Hund zu viel, verpufft die ganze Futterenergie in die Bewegung und nicht in die Substanz des Körpers.  Das Ziel

Der dem Kooiker nachgesagte Schreckhaftigkeit kann schon im frühen Alter entgegengewirkt werden. Sie sollen mit vielen Geräuschen konfrontiert werden. Nach der Übernahme des Welpen geht die Umweltprägung dann weiter. Langsam steigende Eindrücke, nicht überfordernd, sollten auf dem Prägungsprogramm stehen.

Nun ist die erste Phase des Aufbaus abgeschlossen und die Voraussetzungen für eine Zuchtzulassung sind erfüllt. Welches sind nun die nächsten Schritte, die gemacht werden müssen, damit der Hund zur Ankörung zugelassen wird?

Ab einem Alter von 12 Monaten dürfen die Hunde zur Ankörung gemeldet werden. Hündinnen dürfen erst nach vollendeten 18 Monaten und Rüden nach dem ersten Lebensjahr den ersten Zuchteinsatz haben. Das kann sich aber je nach Zuchtreglement ändern. Verschiedene tierärztliche Untersuchungen müssen aber vor der Ankörung bestanden sein.

1. Die Patella Untersuchung

Diese Untersuchung wird ohne Narkose durchgeführt und ist eine manuelle Bewertung der    Kniescheibe. Dafür müssen Tierärzte mit einer speziellen Ausbildung gewählt werden.

  1. Die Augenuntersuchung

Beim Ophthalmologen wird der Hund auf allfällige Augenerkrankungen untersucht.

Dem Hund werden 2 Mal Augentropfen in die Augen verabreicht, damit die Pupillen

offen sind und die Untersuchung durchgeführt werden kann.

  1. Von Willebrand Disease und ENM DNA Test

Sind die Eltern des Hundes nicht auf vWD untersucht, braucht der zukünftige Zuchthund   einen vWD  DNA Test. Der DNA Test für ENM ist Pflicht . Da in Utrecht nur etwa 5 Mal pro Jahr eine Analyse durchgeführt wird, sollten ca. ein halbes Jahr vor der Ankörung 5 ml Blut nach Utrecht geschickt werden. Nur DNA frei Tiere dürfen in die Zucht.
Ein gepolstertes Couvert A-Post reicht aus.

  1. in baldiger Zukunft wird auch ein DNA Test für Polymyositis dazu kommen

Natürlich sollten die Hunde frei von Erbkrankheiten sein.

Sind nun alle Atteste vorhanden, kann der Hund mit einer Kopie des Stammbaumes und den tierärztlichen Attesten zur Ankörung angemeldet werden.

Die Ankörung besteht aus einer Wesens- und Exterieurbeurteilung.

Es versteht sich von selbst, dass der Hund in seiner besten physischen und psychischen Kondition vorgestellt werden soll. Die Ankörung ist immer eine Momentaufnahme; es wäre schade, wenn ein sonst guter Hund in schlechter Verfassung dem Richter ein schlechtes Bild abgeben würde. Es könnte dann sogar sein, dass der Richter aufgrund seiner Bewertung den Hund nicht zur Zucht zulässt oder den Hund für ein halbes Jahr zurückstellt.

 

Das Register vom VHNK in Holland ist ein Muss für jeden seriösen Züchter. In zeitlich aufwändiger Arbeit können aus dem Register mögliche Deckpartner auf erbliche Belastungen und Verwandtschaftsgrade herausgesucht werden, um den bestmöglichen Deckpartner auszulesen. Heute ist es einfacher geworden, die Stammbäume können digital ausgewertet werden.

Für die optimale Verbindung soll ein Züchter auch bereit sein, nach Holland oder in ein anderes Land zu reisen. Die Kooikerzucht in der Schweiz verstehen wir als ein miteinander züchten, denn aus jeder optimalen Verbindung, die auch möglichst fremde Gene enthalten sollte, können vielversprechende Hunde wieder in die Zucht aufgenommen werden und sind eine Bereicherung im Zuchtwesen.

Dem Züchter obliegen verschiedene Pflichten, die im Zuchtreglement verfasst sind. Diese sind bindend für alle in der Schweiz lebenden Züchter.